Freitag, 1. Februar 2013

Die Frage „Was ist Erziehung“ ist bestimmt nicht einfach zu beantworten. In haufenweisen Büchern darüber wurde schon versucht, diese Frage zu beantworten. Umsonst sucht man nach einer Kontrollliste bei der alles abgehakt wird, bis das Kind erzogen ist. Bestimmte Vorschriften vorkommen gewiss, die es sich befürwortet anzuwenden, aber eine Gewährleistung für positive Ergebnisse ist deswegen noch lange nicht gegeben. Da Kinder Individuen sind, die man individuell behandeln muss, können die gleichen Normen nicht auf alle ebenbürtig angewendet werden. Wir wissen natürlich sämtlich wie man es nicht machen sollte. Am Kiosk schreit ein kleines Mädel so lange bis die Mutter nicht mehr NEIN sagt und das Eis kauft mit dem Argument „Ausnahmsweise“. Jedweder weiß bereits, was beim folgenden Mal eintritt. In der Straßenbahn kickt ein kleiner Junge fortgesetzt gegen den Vordersitz. Der Fahrgast darauf schaut längst genervt zur Mutter, die meint, „Hör auf mein Schatz“ und plaudert weiter mit der Nachbarin. Der Schatz kickt weiter. Jeder denkt, sag ihm die Meinung oder nimm ihn da weg. Wie aber macht man es ordnungsgemäß? Ist ein autoritärer Erziehungsstil, ein antiautoritärer Erziehungsstil oder ein demokratischer Erziehungsstil angebracht? Man will ja, dass das Kind gehorcht, demgegenüber möchte man kein Despot sein. Das Kind soll selbstbewusst werden und seine Persönlichkeit frei entfalten können, könnte man als Erziehungsziele definieren, ohne dass man als Eltern dabei unter die Räder kommt. Man möchte es in Wahlmöglichkeiten einbinden aber ebenso nicht jederzeit Grundsatzdiskussionen führen müssen. Es ist generell bekannt, dass jede Weise von Extremen schädlich sind. Ein autoritärer Erziehungsstil mit Befehl und Gehorsam führt gleichermaßen wenig zu einem guten Schluss wie ein alleiniger antiautoritärer Erziehungsstil. Ein eher demokratischer Erziehungsstil mit allen Komponenten kommt der Sache längst näher. Konventionen, die seinerzeit von einer Generation in die andere übergingen, sind ständig weniger geworden. Solche Sprüche wie „Das gehört sich nicht“ oder „So etwas tut man nicht“ gehörenzu der Vergangenheit. Die Unsicherheit ist heutzutage so immens geworden, dass neue Eltern den Erziehungsstil scheinbar zum ersten Mal erfinden müssen. Das Resultat ist eine dauernd wachsende Zahl von Erziehungsseminaren und Ratgebern. Aber ebenso die Ratgeber sind sich ja nicht einig. Wie soll man sich letzten Endes benehmen, wenn von einem ein antiautoritärer Erziehungsstil und vom nächsten ein demokratischer Erziehungsstil favorisiert wird. Eines der Erziehungsziele sollte sein, dass aus dem Kind ein verlässlicher Mensch wird. Kinder haben den Bedarf nach Übersicht und Zusammenhang. Wenn über lange Zeit Chaos herrscht bei den Eltern in Bezug auf Beziehungen zu stets neuartigen Partnern oder die Tagesabläufe unregelmäßig sind, nehmen Sprösslinge Nachteil. Kids fühlen sich gewiss wenn in den Dingen Ordnung herrscht. Wenn der Tag seinen bestimmten Ablauf hat. Wenn sie wissen wie etwas abläuft. In vielfältigen Familien wird am Abend ein stets gleiches Ritual praktiziert: Ein wenig trinken, Zähne putzen, Buch ansehen, Licht löschen, Musikdose aufziehen. Mit einer solchen Gewohnheit existieren wenig Probleme mit dem Einschlafen. Ein wesentlicher Abschnitt in der Lebensgeschichte eines Kindes ist der Besuch der Schule. Sowohl ein demokratischer Erziehungsstil als ebenso ein antiautoritärer Erziehungsstil ist hier nicht adäquat. Damit ein Kind vom Bildungsangebot der Schule auch profitieren kann, muss man es ebenso bewusst auf die Schule hin erziehen. Das bedeutet, beim Eintritt in die Schule muss das Kind eine gewisse Grundverträglichkeit und ein Regelbewusstsein haben. Viele Kids haben das heute bedauerlicherweise nicht mehr. An der Schule herrscht zumindest teils ein autoritärer Erziehungsstil. Pünktlichkeit ist unabdingbar und was unterrichtet wird, bestimmt der Lehrer. Es wird dann knifflig, wenn Kids meinen, überall mitreden zu müssen. Um Erziehungsziele zu bewerkstelligen sollte man den Tag in Muss- und Darf-Lagen planen. Muss-Lagen sind beispielsweise: jetzt Zähne putzen, augenblicklich an den Tisch kommen, fertig machen zum Ausgehen, gegenwärtig ins Bett gehen. Bei Darf-Situationen steckt man einen Rahmen ab, innerhalb dessen das Kind machen kann, was es will. Es muss allerdings dem Kind immer einleuchtend sein in welcher Situation es sich befindet. Muss-Situationen sind nicht verhandelbar. Das Kind darf nicht der Illusion erliegen, mitzudiskutieren. Was ist Erziehung, eine bestimmt knifflig zu beantwortende Frage.

Erziehungstipps

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