Donnerstag, 7. Februar 2013

Die Frage „Was ist Erziehung“ ist sicherlich nicht einfach zu beantworten. In haufenweisen Büchern darüber wurde schon probiert, diese Frage zu beantworten. Vergebens sucht man nach einer Checkliste bei der alles abgehakt wird, bis das Kind erzogen ist. Bestimmte Regeln vorkommen gewiss, die es sich befürwortet anzuwenden, aber eine Garantie für positive Resultate ist deswegen noch lange nicht gegeben. Da Sprösslinge Individuen sind, die man persönlich behandeln muss, können die gleichen Vorschriften nicht auf alle ebenbürtig angewendet werden. Wir wissen zweifellos alle wie man es nicht machen sollte. Am Kiosk schreit ein kleines Mädel so lange bis die Mutter nicht mehr NEIN sagt und das Eis kauft mit der Argumentation „Ausnahmsweise“. Jedweder weiß bereits, was beim nächsten Mal eintritt. In der Straßenbahn kickt ein kleiner Junge fortwährend gegen den Vordersitz. Der Fahrgast darauf schaut schon genervt zur Mutter, die meint, „Hör auf mein Schatz“ und quasselt weiter mit der Nachbarin. Der Schatz kickt weiter. Jeder denkt, sag ihm die Meinung oder nimm ihn da weg. Wie aber soll man es unbedingt korrekt machen? Welcher Erziehungsstil ist angebracht, ein autoritärer Erziehungsstil, ein antiautoritärer Erziehungsstil oder ein demokratischer Erziehungsstil? Auf der einen Seite möchte man kein Despot sein, andererseits aber möchte man, dass das Kind tut was man ihm sagt. Als Erziehungsziele könnte man sich vorstellen, dass ein Kind Selbstbewusstsein entwickelt und seine Persönlichkeit frei entfaltet ohne dass man als Eltern dabei untergeht. Das Kind soll in Entscheidungen eingebunden werden, aber nicht derart, dass das zu ständigen Grundsatzdiskussionen führt. Weder ein autoritärer Erziehungsstil noch ein antiautoritärer Erziehungsstil führen in seiner extremen Anwendung zu einen guten Ergebnis. Aus den passenden Komponenten aller Erziehungsstile wird dann ein eher demokratischer Erziehungsstil.

Die Zeiten, in denen man es wie die Eltern gemacht hat, gehörenzu der Vergangenheit. Die Grundregeln der Erziehung wurden von den nachfolgenden Generationen übernommen. Dergleichen Konventionen wie „Das tut man nicht“, oder „Es gehört sich, dass….“ sind nicht mehr angezeigt. Es ist eine starke Zweifelhaftigkeit erschienen. Jedes Paar muss den Erziehungsstiel gewissermaßen zum ersten Mal erfinden. Das führte zu einer enormen Zahl von Ratgebern und Erziehungskursen. Was aber machen, wenn vom einen ein autoritärer Erziehungsstil, vom anderen ein antiautoritärer Erziehungsstil und vom nächsten ein demokratischer Erziehungsstil als die zutreffende Erziehung angesehen wird. Eines der Erziehungsziele sollte sein, dass aus dem Kind ein verlässlicher Mensch wird. Kinder haben den Bedarf nach Übersicht und Zusammenhang. Wenn über lange Zeit Chaos herrscht bei den Eltern hinsichtlich auf Beziehungen zu immer neuartigen Partnern oder die Tagesabläufe unregelmäßig sind, nehmen Sprösslinge Nachteil. Kids fühlen sich sicher wenn in den Gegenständen Ordnung herrscht. Wenn der Tag seinen festgelegten Ablauf hat. Wenn sie wissen wie etwas abläuft. In vielfältigen Familien wird am Abend ein immer gleiches Ritual praktiziert: Ein wenig trinken, Zähne putzen, Buch anschauen, Licht löschen, Musikdose aufziehen. Mit einer dergleichen Gewohnheit vorkommen wenig Probleme mit dem Einschlafen.

In der Biografie eines Kindes hat die Schule einen wichtigen Platz. Ein demokratischer Erziehungsstil oder gar ein antiautoritärer Erziehungsstil ist hier, zumindest in Teilen, fehl am Platz. Wenn man verpasst, bewusst auf die Schule hin zu erziehen, fehlt dem Kind das Rüstzeug, um vom Bildungsangebot der Schule zu profitieren. Dafür ist eine Grundverträglichkeit, eine Grundanpassungsfähigkeit und ein Regelbewusstsein vonnöten. Bedauerlicherweise haben das vielfältig die Kinder nicht. Die Schule ist ein Ort, an dem jedenfalls teils, ein autoritärer Erziehungsstil herrscht. Man muss pünktlich sein und der Lehrer regelt, was unterrichtet wird. Wenn Kids gewohnt sind, überall mitzureden, wird es kompliziert.

Eine gute Methode um Erziehungsziele zu verwirklichen ist auch, den Tag einzuteilen in Muss- und Darf-Lagen. Fertig machen zum Spazierengehen, gegenwärtig an den Tisch kommen zum Essen, gegenwärtig ins Bett gehen, sind zum Beispiel Muss-Situationen. Bei Darf-Situationen ist es bedeutend, dem Kind einen Rahmen vorzugeben, innerhalb es schaffen kann, was es möchte. Freilich muss das Kind stets wissen, in welcher Situation es sich befindet. Dazu zählt auch, dass Muss-Situationen nicht verhandelbar sind und dem Kind bekannt ist, dass mitzudiskutieren keinen Zweck hat. Alle Aspekte der Frage, was ist Erziehung, können hier bestimmt nicht angesprochen werden, aber mehrere nützliche Anregungen haben Sie sicherlich hier entdeckt.

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