Mittwoch, 6. Februar 2013

Die Frage „Was ist Erziehung“ ist bestimmt nicht einfach zu beantworten. In massenhaften Büchern darüber wurde bereits probiert, diese Frage zu beantworten. Vergeblich sucht man nach einer Kontrollliste bei der alles abgehakt wird, bis das Kind erzogen ist. Bestimmte Vorschriften existieren bestimmt, die es sich empfiehlt anzuwenden, aber eine Gewährleistung für positive Resultate ist deswegen noch lange nicht gegeben. Da Kinder Individuen sind, die man persönlich behandeln muss, können die identischen Regeln nicht auf sämtliche genauso angewendet werden. Wir wissen selbstverständlich alle wie man es nicht machen sollte. Am Kiosk schreit ein kleines Mädchen so lange bis die Mutter nicht mehr NEIN sagt und das Eis kauft mit der Argumentation „Ausnahmsweise“. Jedweder weiß längst, was beim nächsten Mal eintritt. In der Straßenbahn kickt ein kleiner Junge dauernd gegen den Vordersitz. Der Fahrgast darauf schaut bereits genervt zur Mutter, die meint, „Hör auf mein Schatz“ und quasselt weiter mit der Nachbarin. Der Schatz kickt weiter. Jedweder denkt, sag ihm die Meinung oder nimm ihn da weg. Wie aber macht man es ordnungsgemäß? Ist ein autoritärer Erziehungsstil, ein antiautoritärer Erziehungsstil oder ein demokratischer Erziehungsstil angebracht? Man will ja, dass das Kind gehorcht, andererseits möchte man kein Diktator sein. Das Kind soll selbstbewusst werden und seine Persönlichkeit frei entfalten können, könnte man als Erziehungsziele charakterisieren, ohne dass man als Eltern dabei unter die Räder kommt. Man möchte es in Alternativen einbinden aber ebenfalls nicht immer Grundsatzdiskussionen führen müssen. Es ist generell vertraut, dass jede Art von Extremen abträglich sind. Ein autoritärer Erziehungsstil mit Befehl und Gehorsam führt ebenso wenig zu einem guten Schluss wie ein alleiniger antiautoritärer Erziehungsstil. Ein vielmehr demokratischer Erziehungsstil mit allen Komponenten kommt der Angelegenheit längst näher. Konventionen, die ehedem von einer Generation in die andere übergingen, sind immer weniger geworden. Dergleichen Sprüche wie „Das gehört sich nicht“ oder „So etwas tut man nicht“ gehörenzu der Vergangenheit. Die Unsicherheit ist derzeit so groß geworden, dass neuartige Eltern den Erziehungsstil gewissermaßen erstmalig erfinden müssen. Das Resultat ist eine stets zunehmende Zahl von Erziehungsseminaren und Ratgebern. Aber ebenfalls die Ratgeber sind sich ja nicht einig. Wie soll man sich letztendlich verhalten, wenn von einem ein antiautoritärer Erziehungsstil und vom nächsten ein demokratischer Erziehungsstil vorgezogen wird.

Eines der Erziehungsziele sollte sein, dass aus dem Kind ein verlässlicher Mensch wird. Kinder haben den Bedarf nach Übersicht und Zusammenhang. Wenn über lange Zeit Chaos herrscht bei den Eltern betreffs auf Beziehungen zu immer neuen Partnern oder die Tagesabläufe unregelmäßig sind, nehmen Kids Schaden. Kids fühlen sich sicher wenn in den Sachen Ordnung herrscht. Wenn der Tag seinen fixierten Ablauf hat. Wenn sie wissen wie etwas abläuft. In mannigfaltigen Familien wird am Abend ein immer gleiches Ritual praktiziert: Etwas trinken, Zähne putzen, Buch betrachten, Licht löschen, Musikdose aufziehen. Mit einer dergleichen Gewohnheit gibt es wenig Probleme mit dem Einschlafen. Ein essentieller Abschnitt in der Lebensgeschichte eines Kindes ist der Besuch der Schule. Sowohl ein demokratischer Erziehungsstil als auch ein antiautoritärer Erziehungsstil ist hier nicht angebracht. Damit ein Kind vom Bildungsangebot der Schule ebenfalls profitieren kann, muss man es ebenso bewusst auf die Schule hin erziehen. Das bedeutet, beim Eintritt in die Schule muss das Kind eine gewisse Grundverträglichkeit und ein Regelbewusstsein besitzen. Viele Kinder haben das zur Stunde leider nicht mehr. An der Schule herrscht zumindest teils ein autoritärer Erziehungsstil. Pünktlichkeit ist geboten und was unterrichtet wird, bestimmt der Lehrer. Es wird dann mühevoll, wenn Kinder folgern, überall mitreden zu müssen.

Um Erziehungsziele zu verwirklichen sollte man den Tag in Muss- und Darf-Lagen einteilen. Muss-Lagen sind beispielsweise: jetzt Zähne putzen, momentan an den Tisch kommen, fertig machen zum Ausgehen, gegenwärtig ins Bett gehen. Bei Darf-Situationen steckt man einen Rahmen ab, innerhalb dessen das Kind machen kann, was es will. Es muss jedoch dem Kind immer deutlich sein in welcher Lage es sich befindet. Muss-Lagen sind nicht verhandelbar. Das Kind darf nicht der Illusion erliegen, mitzudiskutieren. Was ist Erziehung, eine gewiss mühevoll zu beantwortende Frage.

Erziehungsprobleme

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