Dienstag, 15. Januar 2013

Das Thema versicherung verkaufen trifft manche rascher als sie glauben. Für viele Deutsche gilt der Abschluss einer Lebensversicherung nach wie vor als der bedeutendste Baustein für die Absicherung der Familie oder die persönliche Altersversorgung. Darum ist Deutschland ebenso das Land mit den häufigsten Lebensversicherungen. Im Schnitt hat jedermann drei davon. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 30 Jahren besteht dagegen immer wieder die Gefahr, dass durch den Eintritt plötzlicher Ereignisse wirtschaftliche Probleme auftauchen. Das kann auftreten durch den Ausfall des Arbeitsplatzes, Scheidung, oder Bezug von Hartz IV. Im letzteren Fall wird dann zwangsweise verlangt die existierende Lebensversicherung zu verwerten. Nachdem man alle denkbaren Geldquellen nachgeforscht hat, fällt einem noch die Lebensversicherung ein die man damals abgeschlossen hat zur privaten Altersversorgung oder zur Absicherung von Familienangehörigen. Die kann man ja zu Geld machen wenn man sie kündigt. Das war jedenfalls in den vergangenen Jahren die allgemeine Verfahrensweise. Will man dann von seinem Versicherer erfahren wie hoch der Wert der Police ist, spürt man anfangs mal einen Schock weil man nicht glauben will wie wenig von seinen eingezahlten Beiträgen noch übrig geblieben ist. Da man sich aber im Augenblick in einer schwierigen monetären Lage befindet, die gelöst werden muss, geht man letztlich auf diesen Handel ein um dann hinterher allenfalls zu erfahren, dass man durch verkauf der lebensversicherung mehr erlangt hätte.

Der Verkauf Lebensversicherung wird dann zweckmäßig wenn folgende Lagen eintreten: man hat keine andere Möglichkeit mehr an Geld zu kommen, man braucht den Versicherungsschutz nicht mehr (zum Beispiel Partner weg), oder Beides. Seine Versicherung verkaufen bringt dann schnelles Geld mit dem man seine Probleme ganz oder teilweise lösen kann. Sollte die Maßnahme lediglich stattfinden weil man den Versicherungsschutz nicht mehr benötigt, kann man das Geld ebenfalls in anderweitigen Anlagen mit höherer Rendite anlegen. Für den reinen Versicherungsschutz ohne Kapitalanlage genügt auch der Abschluss einer Risikolebensversicherung mit weitaus geringeren Beiträgen. Ein extremer Fall für Verkauf Lebensversicherung wäre dann, wenn man weiß dass man auf Grund einer schweren Krankheit das Schluss der Laufzeit des Versicherungsscheins in aller Wahrscheinlichkeit nicht mehr erlebt. Wenn es dann auch keine Hinterbliebenen gibt die in der Genuss der Versicherungssumme kommen sollen, ist es doch besser, wenn man eigenhändig noch etwas davon hat.

Häufig werden Lebensversicherungen auch dazu benutzt um auf diese Weise Immobiliendarlehen zu tilgen. Das hatte ebenso den Vorteil, dass die Schuldzinsen steuerlich absetzbar waren. Da diese Chance weggefallen ist, sollte man sich reiflich überlegen, ob der Lebensversicherungen Verkauf nicht die bessere Wahl ist. Dadurch kann man mehrere Fliegen mit einer Klatsche erschlagen: aus dem Erlös der verkauften Lebensversicherung kann man eine Sondertilgung vornehmen was abermals die Zinslast schmälert. Die gesparten Prämien lassen sich dann für die Abzahlung verwenden. Der Rückkaufwert einer Lebensversicherung ist in keinem Fall gleichzusetzen mit dem Betrag der eingezahlten Prämien. Bevor die Versicherung den Rückkaufwert bekannt gibt, werden anfangs sämtliche Ausgaben für Vermittlungsgebühren und Verwaltung abgezogen. Das ist nicht der Fall, wenn Sie die Versicherung verkaufen. Denn derjenige der die Versicherung kauft, führt sie ja weiter. Daher ist der Erlös gewöhnlich größer als bei der Kündigung. Einen kleinen Haken hat das Ganze noch für Versicherungsscheine die jünger als 12 Jahre sind. Hier unterliegen die Zinsen vom Erlös der Abgeltungssteuer. Das lässt sich jedoch leicht verschmerzen da in den ersten Jahren ohnedies wenig Zinsen angefallen sind. Wenn Sie sich mit dem Thema Lebensversicherungen verkaufen befassen wollen, werden Sie häufig fündig im Internet bei Google unter dem identischen Suchbegriff. Sie werden überrascht sein, wie viele Interessenten es dafür gibt. Dagegen ist ebenso hier größte Aufmerksamkeit erforderlich um nicht auf schwarze Schafe hereinzufallen. Unternehmen, die gewerblich gebrauchte Lebensversicherungen kaufen, brauchen dafür die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Wenn Sie Ihre Lebensversicherung absetzen wollen, überzeugen Sie sich davon, dass das Geschäft im Besitz dieser Erlaubnis ist. Diese Geschäfte, die in der Regel nur das Mindestkapital aufweisen und sonst keinerlei Sicherheiten gewähren können, lassen sich die Versicherung abtreten mit dem Ziel sie aufzugeben. Der Erlös wird dann für andere Anlagemodelle oder Immobilien benützt. Ihnen wird dafür der Kaufpreis über Jahre in Raten angepriesen mit horrenden Profiten von 100 Prozent und darüber. Lassen Sie sich nicht unter die Rubrik „Gier frisst Hirn“ einreihen und vergessen Sie das. Solche Firmen sind üblicherweise nach kurzer Zeit insolvent und Ihr Gespartes ist verloren. Wenn Sie also unbedingt auf den Verkauf der Lebensversicherung angewiesen sind, prüfen Sie die interessierten Unternehmen exakt und recherchieren sie in Foren ob, und in wie weit diese bereits positiv oder negativ aufgefallen sind.

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