Anis zählt zu den uns geschätztesten Aromen. Wir wissen auch, dass es vielfältig eingesetzt wird in Backzutaten, Tee und Likören. Eine unverwechselbare Note ist auf diese Weise ebenfalls Gerichten und Speisen sicher. Viele Personen sind sich allerdings beim Einkauf nicht sicher, ob sie Sternanis oder Anis nehmen sollen oder ob es nicht das Entsprechende ist. Es ist wirklich nicht dasselbe. Die Pflanzen Sternanis und Anis sind grundsätzlich verschieden. Im Gegensatz zu Anis als einjährige Pflanze, ist Sternanis ein immergrüner Baum, dessen Heimat Vietnam und Südchina ist. Die Früchte bestehen aus kleinen Sternen mit meist acht Taschen, in denen jeweils ein Samenkorn liegt. Man gebraucht allerdings nicht bloß die Samen sondern die vollständigen Früchte, die vermahlen werden. In Europa wird Sternanis in ähnlicher Art wie Anis gebraucht, sowohl als Gewürz als ebenso als Naturheilmittel. In ihren ätherischen Ölen ist der gleiche Wirkstoff Anethol enthalten. Damit hat Sternanis eine ausgeprägte Heilwirkung auf die Atmung und das Verdauungssystem. Fernerhin wirkt Sternanis noch antibakteriell, entspannend, gegen Magenkrämpfe, Bronchitis, Mandelentzündung, und mancherlei mehr.
Dreimal pro Jahr sind die Früchte reif und werden dann geerntet. Die Früchte gebrauchten die Chinesen schon 3000 Jahre vor Christus zur Besserung des Atems und der Regelung der Verdauung. In der traditionellen chinesischen Medizin ist auf Grund der ausgedehnten Tradition bis gegenwärtig nicht wegzudenken. Genauso die Inder wenden Sternanis in der Aryuveda an. Der pharmazeutische und medizinische Ausdruck dafür ist Anisi stellatis fructus. Jedenfalls hat es in Europa den Weg ins europäische Arzneibuch gefunden mit einem Eintrag über die Güte. Die besondere Sternanis Wirkung vermochte man bereits im alten China bei Magen- und Darmbeschwerden im Zusammenhang mit Verdauungsstörungen nachweisen. Bei Entzündungen der Luftwege kommt die Sternanis Wirkung durch seine Inhaltsstoffe zum Tragen. Wenn Pflanzen Substanzen produzieren haben sie einen gewissen Zweck. Entweder sollen sie Tiere anlocken oder sie sollen sie vor Feinden schützen. Die Stoffe des Sternanis sollen vorzugsweise Fressfeinde abhalten. In der Hauptsache sind das Anethol und Cineol. Die antiseptische und schleimlösende Sternanis Wirkungen wird dem Anethol zugesprochen. Gegen Erkrankungen der Atemwege hilft dagegen Cineol. Wir kennen den gleichen Effekt, wenn wir Präparate aus Eukalyptus nutzen. Es ist der gleiche Wirkstoff. Ebenfalls harntreibende und entwässernde, sowie blutverdünnende und blutdrucksenkende Effekte sind der Sternanis Wirkung zuzuschreiben. Wussten Sie im Übrigen, dass Sternanis Grippe Grundstoff für Impfstoff aufweist? Es ist der Ausgangsstoff für eines der beliebtesten Mittel gegen influenza. Dieser Wirkstoff ist die Shikimisäure, die man zur Fabrikation von Tamiflu benötigt. Tamiflu blockiert die Vermehrung von influenzavieren. Zwischenzeitlich ist es der Pharmaindustrie gelungen den Sternanis Grippe Grundstoff für Tamiflu synthetisch anzufertigen, da so beträchtliche Mengen gebraucht werden, die durch die Sternanis Früchte nicht gedeckt werden können.
Sternanis Extrakte sind als Fertigarzneimittel in Kombination mit anderen Heilpflanzen als Tropfen, Kapseln und Salbe erhältlich. Sternanis Kapseln kann man vorbeugend einnehmen. Dafür reichen zwei bis vier Kapseln täglich. Bei den ersten Symptome von Erkältung und influenza kann man bis zu 10 Sternanis Kapseln täglich zu sich nehmen. Es wird in Staaten wie Frankreich, China, Vietnam und Thailand in hohem Maße konsumiert, sodass ebenso die Unbedenklichkeit für Schwangere womöglich gegeben ist.
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