Allenfalls wussten Sie es noch nicht, aber jede zweite Lebensversicherung (50%), verwirklicht nicht das geplante Ablaufdatum. Das heißt, schätzungsweise die Hälfte aller Lebensversicherungen werden vor der Zeit, meist aus wirtschaftlichen Problemen gekündigt. Entweder benötigt man dringend Geld oder man kann die Prämien nicht mehr bezahlen. Da eine Versicherung keine Bank ist bei der sukzessive Geld angehäuft wird, sondern man die ersten Jahre die Provisionen und Verwaltungskosten bezahlt, bekommt man ebenfalls bei einer verfrühten Anullierung in der Regel kein Geld oder nur sehr wenig zurück. Auch wenn bereits über viele Jahre gezahlt wurde, ist der Rückkaufwert erfahrungsgemäß eine Enttäuschung. Der Verkauf der Lebensversicherung erscheint da für viele Versicherte die bessere Alternative zu sein.
Seit schätzungsweise dreizehn Jahren gibt es den sogenannten Zweitmarkt für den Lebensversicherungen Verkauf. Nach dem generellen Techniken zahlten die Abnehmer die Beiträge weiter und warteten auf die Auszahlung. Allerdings funktionierte das in den letzten Jahren nicht mehr so korrekt weil die Gewinne an den Kapitalmärkten kaum noch etwas hergaben. Dann kam man seitens der Käufer auf die Idee, die Policen nicht mehr zu bezahlen sondern zu Fonds zu bündeln. Aber auch da ist die Luft raus, weil das Vertrauen in Fonds geschwunden ist. Dementsprechend findet man für den Verkauf der Lebensversicherung wenige noch vernünftige Offerten. Weil aber der Markt nach wie vor da ist weil die verfrühten Kündigungen ja nicht vermindert werden, stoßen ständig mehr undurchsichtige Händler in diese Lücke. Diese bezahlen den Kaufpreis nicht mehr in einer Summe aus, sondern in Raten. Davon ist aber in allen Fällen abzuraten. Erfahrungsgemäß stellen diese Gewerbe die Ratenzahlungen früher oder später ein. Dann kann man sein gutes Geld noch für Rechtsanwälte ausgeben oder die Firmen gehen pleite, dann kann man sich in der Schlange der Kreditgeber ganz hinten anstellen weil es sich um eine nachrangige Forderung handelt. Wenn man seine Versicherung verkaufen will, dann lediglich gegen eine einmalige Summe und allerdings sofort und nicht irgendwann. Ehe man sich also blindlings in die Hände eines Händlers begibt der einem mit vollmundigen Beteuerungen zum Verkauf der Lebensversicherung überreden will, sollte man zuvor klären, ob es nicht andere Möglichkeiten gibt. Wenn man sich z.B. aus Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit oder Scheidung die Beiträge nicht mehr leisten kann, kann man die Lebensversicherung auch beitragsfrei stellen lassen. In diesem Fall wird die Police gewissermaßen eingefroren auf dem gegenwärtig aktuellen Stand. Man ist nach wie vor noch an den Überschüssen des Versicherungsunternehmens beteiligt. Dadurch bleibt nicht selten beim Ablauf der Versicherung mehr übrig als beim Lebensversicherung verkaufen.
Eine andere Alternative wäre ein Policen Darlehen. Wer Lebensversicherungen verkaufen will weil er Geld braucht, kann sich ebenso von dem Versicherungsunternehmen ein Darlehen geben lassen. Manche Versicherungen geben Kredite bis in Höhe des Rückkaufswertes. Spätestens beim Ablauf der Versicherung muss der Kredit zurückgezahlt werden. Solch ein Policen Darlehen sollte man aber bloß zur Deckung eines kurzfristigen Geldbedarfs in Anspruch nehmen, weil die Zinsen dafür höher sind als die Verzinsung des Versicherungsscheins.
Nicht selten werden Lebensversicherungen ebenso dazu benutzt, um das Kapital für eine Immobilienfinanzierung anzusparen. Mittlerweile kann man jedoch die Schuldzinsen nicht mehr steuermindernd absetzen. Im Einzelfall kann das Versicherung verkaufen besser sein, weil man mit dem Erlös daraus Sondertilgungen leisten kann. Auf diese Weise wird das Immobiliendarlehen geringer und auf diese Weise zweifellos ebenso die Zinsen für den Rest der Laufzeit. Um das optimale Angebot zu finden wenn man seine Lebensversicherung verkaufen möchte, sollte man sich erst einmal von seiner Versicherung den Rückkaufwert bestätigen lassen. Zugleich lässt man sich Vorschläge von Aufkäufern geben und kommt somit zu einem unmittelbaren Vergleich. Hat der Policenhändler den besten Vorschlag, sollte man es lediglich unter der Bedingung der sofortigen Auszahlung in einer Summe akzeptieren.
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