Mittwoch, 13. Februar 2013

Das Thema Versicherung verkaufen trifft manche schneller als sie glauben. Für viele Deutsche gilt der Abschluss einer Lebensversicherung nach wie vor als der bedeutendste Baustein für die Absicherung der Familie oder die private Altersversorgung. Darum ist Deutschland ebenso das Land mit den meisten Lebensversicherungen. Im Schnitt hat jeder drei davon. Bei einer durchschnittlichen Laufzeit von 30 Jahren existiert allerdings immer wieder die Gefahr, dass durch den Eintritt plötzlicher Ereignisse finanzielle Schwierigkeiten auftauchen. Das kann stattfinden durch den Verlust des Arbeitsplatzes, Scheidung, oder Bezug von Hartz IV. Im letzteren Fall wird dann zwangsweise verlangt die bestehende Lebensversicherung zu verwerten. Nachdem man sämtliche denkbaren Geldquellen nachgeforscht hat, fällt einem noch die Lebensversicherung ein die man seinerzeit abgeschlossen hat zur privaten Altersversorgung oder zur Absicherung von Familienangehörigen. Die kann man ja zu Geld machen wenn man sie kündigt. Das war wenigstens in den vergangenen Jahren die allgemeine Verfahrensweise. Will man dann von seiner Versicherungsgesellschaft erfahren wie hoch der Wert der Police ist, erfährt man anfangs mal einen Schock weil man nicht vermuten will wie wenig von seinen eingezahlten Prämien noch übrig geblieben ist. Da man sich aber im Augenblick in einer schwierigen finanziellen Situation befindet, die gelöst werden muss, geht man letzten Endes auf diesen Handel ein um dann künftig allenfalls zu erfahren, dass man durch verkauf der lebensversicherung mehr erlangt hätte.

Der Verkauf Lebensversicherung wird dann zweckmäßig wenn folgende Lagen stattfinden: man hat keine andere Möglichkeit mehr an Geld zu kommen, man bedarf den Versicherungsschutz nicht mehr (zum Beispiel Partner weg), oder Beides. Seine Versicherung verkaufen bringt dann schnelles Geld mit dem man seine Probleme ganz oder teilweise lösen kann. Sollte die Aktion bloß stattfinden weil man den Versicherungsschutz nicht mehr benötigt, kann man das Geld ebenso in anderweitigen Anlagen mit höherer Rendite anlegen. Für den reinen Versicherungsschutz ohne Kapitalanlage genügt auch der Abschluss einer Risikolebensversicherung mit weitaus geringeren Prämien. Sollte es keine Hinterbliebenen mehr geben die einstmals abgesichert werden sollen und man selbst wird auf Grund einer Krankheit das Ende der Laufzeit vermutlich nicht mehr erleben, ist es besser den Verkauf der Lebensversicherung anzustrengen, damit man noch etwas von den eingezahlten Beiträgen hat. Vielfach dient auch eine Lebensversicherung zur Abzahlung einer Hypothek. Der Vorteil dabei war, dass man die Schuldzinsen steuerlich absetzen konnte. Mittlerweile ist das nicht mehr möglich. Es stellt sich folglich die Frage ob man nicht direkt die Tilgung des Immobiliendarlehens mit den durch den Verkauf der Lebensversicherung gesparten Prämien vornimmt. Dann kann man nämlich mit dem Erlös daraus eine Sondertilgung vornehmen und zeitgleich die Zinslast verringern. So hätte man zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen. Der Rückkaufwert einer Lebensversicherung ist in keinem Fall gleichzusetzen mit dem Betrag der eingezahlten Prämien. Ehe der Versicherer den Rückkaufwert bekannt gibt, werden zunächst sämtliche Ausgaben für Provisionen und Verwaltung abgezogen. Das ist nicht der Fall, wenn Sie die Versicherung verkaufen. Denn derjenige der die Versicherung kauft, führt sie ja weiter. Deswegen ist der Erlös üblicherweise größer als bei der Kündigung. Einen kleinen Haken hat das Ganze noch für Versicherungsscheine die jünger als 12 Jahre sind. Hier unterliegen die Zinsen vom Erlös der Abgeltungssteuer. Das lässt sich dabei einfach verschmerzen da in den ersten Jahren ohnedies wenig Zinsen angefallen sind. Sollten Sie vorhaben den Verkauf der Lebensversicherung vornehmen zu wollen, ist Google eine simple Methode einen Bewerber dafür aufzutreiben. Einfach das Suchwort „Lebensversicherungen verkaufen“ eingeben und Sie bekommen eine gigantische Auswahl von Unternehmen die sich damit beschäftigen. Hingegen gibt es ebenso hier schwarze Schafe unter den Anbietern.

Unternehmen, die gewerblich verwendete Lebensversicherungen beziehen, bedürfen dafür die Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Wenn Sie Ihre Lebensversicherung veräußern wollen, überzeugen Sie sich davon, dass die Firma im Besitz dieser Erlaubnis ist. Die Masche läuft gewöhnlich wie folgt ab: diese Firmen lassen sich die Lebensversicherung abtreten mit dem Ziel sie aufzugeben und den Erlös anderweitig anzulegen in Kapitalanlagen die eine größere Rendite versprechen. Gleichzeitig bietet man Ihnen an, den Kaufpreis in Teilzahlungen zu bezahlen dabei mit der tollen Offerte einer Rendite von 100 % und mehr. An dieser Stelle sollten alle Alarmglocken läuten. Vergessen Sie das. Das kann zum Totalverlust Ihres Geldes führen weil diese Unternehmen normalerweise unterkapitalisiert und nach kurzer Zeit insolvent sind. Wenn Sie also unter allen Umständen auf den Verkauf der Lebensversicherung angewiesen sind, prüfen Sie die interessierten Firmen exakt und recherchieren sie in Foren ob, und in wie weit diese schon positiv oder negativ aufgefallen sind.

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