Montag, 28. Januar 2013

Der deutsche Markt für KFZ Werkstätten teilt sich in die beiden großen Gruppen der sogenannten markengebundenen und der freien Werkstätten. Markengebundene heißt, dass diese Werkstätten vertraglich von den Fahrzeugherstellern autorisiert wurden. Im Jahre 2008 existierten 39.100 Kraftfahrzeug-Service-Betriebe. Die Gliederung war etwa halbe-halbe. In den letzten Jahren ist die Gesamtzahl der Autowerkstätten rückläufig. Vornehmlich ist dies aber an den Zahlen der markengebundenen Firmen zu lokalisieren.Eine Verlagerung der Zahlen zum Vorteil der freien KFZ Werkstätten hat sich vornehmlich durch die Verkleinerung der Servicenetze ergeben, die so gut wie sämtliche Pkw –Hersteller und Importeure in den letzten Jahren vorgenommen haben.

Während im Segment der Markenbetriebe seit längerem ein Trend zu wirtschaftlich größeren Einheiten festzustellen ist, handelt es sich bei den freien Werkstätten normalerweise um kleinere, inhabergeführte Firmen, die Autoreparaturen aus ihrem örtlichen Milieu bewerkstelligen. Bis Mitte der 90er Jahre hatten die markengebundenen KFZ Werkstätten den Nutzen dass sie von ihrem Erzeuger technischen Support bekamen bei Schulungen, Teilehandel, usw. Diese Vorteile bestehen jedoch seit dieser Zeit nicht mehr, weil inzwischen ebenfalls die freien Autowerkstätten diese Leistungen bei gleichzeitigem Gebrauchen eines individuellen Mehr-Marken-Profils erhalten. Die freien KFZ Werkstätten werden teilweise durch den Teilegroßhandel getragen oder durch die Fahrzeugteileindustrie.

Die freien KFZ Werkstätten waren ständig für alle Marken und Typen von Pkws offen, während sich lange Zeit die markengebundene Auto Werkstatt lediglich einem Fahrzeughersteller verpflichtet waren. Die Flexibilität der ersteren hat sich ständig wieder, vornehmlich in wirtschaftlich mühevollen Zeiten als Vorteil bestätigt. Das haben auch die markengebundenen KFZ Werkstätten erfasst und nehmen ständig mehr eine Zweitmarke hinzu. Ohnehin sind inzwischen die Auto-Fabrikanten hierzu verpflichtet, die Daten der Fahrzeuge ebenfalls an andere Teilnehmer des Marktes weiterzugeben, damit der Wettbewerb gestärkt wird. Voraussagen gehen davon aus, das die Gesamtzahl der Autowerkstätten in den folgenden Jahren weiter abnehmen wird, jedoch gehen die meisten Marktbeobachter davon aus, dass es den freien Werkstätten gelingt, sich im Markt weiter zu behaupten. Viele Vertrags-Autowerkstätten sind Teil eines Autohauses, das noch eine Tankstelle, Autowäsche oder den Verkauf von Neuwagen und/oder Gebrauchtwagen betreibt. Freie Autowerkstätten sind zum Teil Franchise-Firmen oder Marketing Ketten angeschlossen. Solche Ketten bezeichnet man ebenso als Werkstattsysteme oder Werkstattkonzepte. Neben den reinen Kfz Werkstätten existieren noch Tuning Werkstätten, die sich auf die technische und optische Veränderung von Kraftfahrzeugen nach Wunsch des Kunden spezialisiert haben. Der Ausdruck „Tuning“ wird dabei besser neueren Automobilen zugeordnet, wohingegen die Veränderung von Oldtimern vielfach mit dem Begriff „Customising“ beschrieben wird. Da der Ausdruck des Tunings oftmals mit minderwertigen oder aus gegenwärtiger Sicht optisch fragwürdige Veränderungen der 80er und 90er Jahre in Beziehung gebracht wird, nennen sich Tuning-KFZ Werkstätten euphemistisch auch „Fahrzeug-Veredler“, um die Hochwertigkeit aktueller Umbauten zu unterstreichen.

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